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Kleine Geschichte des Traurings
"So nimm denn diesen Ring von mir..." Ringe als Liebespfand gibt es schon seit der Antike.
Römer und Ägypter trugen bereits Trauringe und zwar am linken Ringfinger, da man glaubte,
dass eine Ader von diesem Finger aus direkt zum Herzen und damit zur Liebe führt.
Der Brauch den Trauring am Ringfinger zu tragen, hat sich bis heute gehalten.
Aber in manchen Ländern, wie auch bei uns, trägt man ihn meist am rechten Ringfinger,
da der linke dem Verlobungsring vorbehalten ist.
Ohne Anfang und ohne Ende, die unendliche Kreisform des Traurings, führte schon früh
zu magischen Deutungen. Alles im Kreis Befindliche wird geschützt und alles Böse,
das von aussen eindringen will, wird abgewehrt.
Der magische Kreis ist der Ursprung aller Ringe und das Symbol für Ewigkeit und unlösbar Verbundenes.
Deshalb wurde der Ring zum Schmuckstück der Liebenden.
Seit Papst Nikolaus (um 850) gilt der Ehering offiziell als Sinnbild der Treue und Beständigkeit
und der ehelichen Bindung. Auch heute noch meinen die meisten Brautpaare, dass der
Trauring ein bedeutungsvolles Schmuckstück ist und eine Aura besitzt.
Schliesslich wird der magische Kreis direkt auf der Haut getragen und erinnert jeden Tag
an das Versprechen der unendlichen Zusammengehörigkeit.
Und auch das wertvolle Material, aus dem der Ring gearbeitet ist, versinnbildlicht die Kostbarkeit der Liebe.
So ist die symbolische Verbindung seit Jahrhunderten gleich geblieben,
nur bei der Gestaltung der Ringe hat sich einiges getan.
Martina Lieser, Juwelier 123gold